Data Mines
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Sommersemester 2010

 

 

Wir treffen täglich individuelle Entscheidungen, die auf Voranahmen über die Welt und das Verhalten anderer beruhen. Die kollektiven Effekte persönlichen Handelns sind in einer zunehmend verdichteten Welt schwer zu erfassen oder gar zu erahnen. Unser Handlungen hinterlassen Spuren. Viele davon bleiben unsichtbar, weil sie zu schnell wieder verschwinden, weil sie auf mikroskopischer Ebene stattfinden oder weil sie nur indirekt als Auswirkungen auf andere erfahrbar sind. Besonders im digitalen Raum hinterlassen wir zunehmend virtuelle Spuren, die jedoch mehr und mehr reale Konsequenzen haben. Die Motivation hinter dem Projekt Data Mines ist es, Spuren unseres Handelns sichtbar zu machen um neue Einblicke in Verhaltensmuster und die Konsequenzen unserer Entscheidungen zu ermöglichen. Entstanden sind minimale digitale Interventionsobjekte, um Orte und Situationen mit einem rudimentären Gedächtnis zu versehen. Über einen Sensor werden Bewegungen in der Nähe der Objekte registriert, gezählt und quantitativ ausgegeben. Der "Marker" gibt bei jeder Aktivierung farbige Partikel frei und sorgt so nach und nach für eine visuelle Markierung des Ortes. Gleichzeitig werden die Farbpartikel von Menschen und Wind fortgetragen und erzeugen noch darüberhinaus eine selbstständige Narration. Unauffälliger und in seiner Form reduzierter ist hingegen der "Counter", der als autonomer Zähler mit der Klarheit der Zahl auf einer anderen Ebene wirkt. Je nach Kontext können somit verschiedene Bedeutungen angeregt werden. Mehrere Objekte ermöglichen es, Handlungsoptionen zu vergleichen, Häufigkeiten und Muster sichtbar zu machen.